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Musikum Pinzgau - Die Corona-Krise lässt Kreativität sprießen
Alternativer Instrumentalunterricht im Musikum Pinzgau
Gerhard Schmiderer und Gunther Kalcher, Direktoren des Musikum Pinzgau, berichtet am Bespiel ihrer Standorte Mittersill-Saalfelden-Zell am See über Herausforderungen und Chancen in der Krise.
„Ungewöhnliche Situationen erfordern ungewöhnliche Maßnahmen. Die Schließung der Schulen hätte beinahe aus das AUS für den Instrumental-Unterricht von rund 10.000 Musikschülerinnen und Schüler an den Musikum-Standorten im ganzen Bundesland bedeutet. Schnell wurde ein Plan B ins Leben gerufen- Nachdem die jungen Musikschüler nicht mehr in den Unterricht kommen dürfen, haben sich auch die engagierte Musikpädagogen des Musikum Pinzgau einiges einfallen lassen, um den Instrumentalunterricht nach Möglichkeit online fortzusetzen. Digitale Angebote wurden eingerichtet“ berichten die Direktoren

Wie sieht nun der derzeit praktizierte alternative Musikunterricht aus? „Viele Schülerinnen und Schüler haben zur gewohnten Zeit Unterricht, allerdings per Video-Konferenz. Andere übermitteln ihren Lehrenden Audio- oder Videoaufnahmen teils auch von selbst komponierten Stücken und bekommen telefonisch oder mittels anderer technischer Medien Rückmeldung.“
Wichtig sei vor allem, dass die Lehrenden mit den Kindern und Jugendlichen in Kontakt bleiben und versuchen, individuell auf Möglichkeiten und Bedürfnisse einzugehen.
Da diese Situation auch für das Musikum neu ist, habe man kürzlich einen internen „Corona-Blog“ eingerichtet, in dem die LehrerInnen des Musikum ihre Ideen eintragen, wie sie die Lerninhalte an ihre Schüler weitervermitteln und sie beim Üben unterstützen und es mehren sich stündlich Ideen und Anregungen. Es zeigt sich, welche neuen Möglichkeiten sich plötzlich eröffnen, wenn das „Altgewohnte“ nicht mehr praktikabel ist.

„Eltern verbringen nun mehr Zeit mit den Kindern und dürfen – oder müssen – sich intensiv mit ihnen beschäftigen“, sagt eine Mutter und meint weiter: „Viele Eltern bekommen durch Ganztagsarbeit oft nicht mehr richtig mit, wie die Kinder sich schulisches Wissen aneignen oder wie der Übe-Alltag beim Instrument-Erlernen aussieht“. „Neben dem Engagement der Kinder, ihre täglichen schulischen Aufgaben bestmöglich zu meistern, trägt das Musizieren dazu bei, Abwechslung in den Tag zu bringen und diesen somit zusätzlich zu bereichern“, so Direktor Gunther Kalcher. „Tatsächlich sehen die Eltern nun direkt, welche Prozesse bei den Kindern beim Üben und Musizieren ablaufen und was es bei ihnen bewirkt“, unterstreicht Direktor Gerhard Schmiderer. Und auch die Musiklehrer berichten, dass den meisten Schülern die ungewöhnliche Unterrichtssituation auch Spaß macht und dass der alternative Musikunterricht eine gute und gesunde Möglichkeit ist, mit den Schülern weiterzuarbeiten und die Krisenzeit zu überbrücken.

Trotz, oder gerade wegen, des Coronavirus sind der Kreativität im Musikschulunterricht keine Grenzen gesetzt. Musik ist ein Stimmungsaufheller der besonderen Art. Am Sonntag, den 12. April 2020 um 18.00 Uhr ist auch ein Flashmob des Musikum Pinzgau geplant. Alle SchülerInnen sind aufgerufen zu musizieren und ihr Umfeld mit den Klängen zu erfreuen. Am Balkon, im Garten, am offenen Fenster,….

Es gibt auch schon einige YouTube-Beiträge unserer LehrerInnen und Schüler wie z.B. das „Quarantäne-Quodibet“ ein Werk für 24 Klarinettenstimmen, komponiert von Theodor Burkali, Klarinetten und Saxophonlehrer im Musikum Pinzgau. Einige LehrerInnen und erwachsene Schüler des Musikum PINZGAU haben dabei eine virtuelle Version realisiert, in der die 24 verschiedenen Klarinettenstimmen zusammengefügt wurden oder das Stück „Tarantella“ der Balgspatzen der Akkordeonklasse Muamer Kebic. Dabei wurden die einzelnen Onlinebeiträge der Schüler vom Lehrer zusammengeführt und als Quarantäne Orchesters in YouTube online gestellt.

„Im Musikum ist man überzeugt, dass diese Krise die Zukunft des Lernens verändern und um neue Wege erweitern wird“, so die beiden Direktoren des Musikum Pinzgau.

Zum Sprengel des Musikum Mittersill-Saalfelden-Zell am See gehören alle Pinzgauer Gemeinden von Lofer, Lend bis Krimml. 1350 Schülerinnen und Schüler werden derzeit von sechzig Lehrenden betreut.
02.04.2020 · Angelika Wieser · Musikum Saalfelden
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